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Darf der Vermieter einen Schlüssel behalten?

Die Rechtssprechung ist bezüglich der Frage, ob ein Vermieter einen Schlüssel für die Mietsache behalten darf, eindeutig. Er darf es nicht und keine Begründung räumt ihm das Recht dazu ein. Der Mieter kann allerdings sein Einverständnis erklären.

Sämtliche Zugangsschlüssel

Von Rechts wegen überträgt ein Vermieter das alleinige und ausschließliche Nutzungsrecht an der Mietsache seinem Mieter. Die Konsequenz ist die Aushändigung aller existierenden Schlüssel, die Zugang zu der Mietsache ermöglichen. Dazu gehören auch Schlüssel zu Hintereingängen, Dachluken oder Terrassentüren.

Sollte der Mieter unsicher sein, ob er alle Schlüssel ausgehändigt bekommen hat, ist es ihm erlaubt, die Schlösser auszuwechseln. Er muss die ursprünglichen Schlösser und alle Schlüssel aufbewahren und bei Auszug wieder einsetzen. Kann der Mieter nachweisen, dass er nicht alle Schlüssel ausgehändigt bekommen hat, muss der Vermieter die neuen Schlösser zahlen.

Betreten der Mietsache

Sollte der Vermieter entgegen seiner Verpflichtung, alle Schlüssel ausgehändigt zu haben, die Mietsache mit einem Schlüssel betreten, begeht er Hausfriedensbruch. Das kann zur Anzeige gebracht werden und ist erlaubt eine fristloses Kündigungsrechts des Mieters.

Auch im Falle des Einverständnisses des Mieters darf der Vermieter die Mietsache nicht in Abwesenheit des Mieters betreten. Im Mietvertrag kann eine Sondererlaubnis vereinbart werden, die bestimmte Fälle namentlich benennt. Dazu gehören Bedrohungs- oder Gefahrensituationen wie Rauchentwicklung, Wasseraustritt oder die Mietsache gefährdende Vorkommnisse.

Obliegenheitspflicht des Mieters

Wenn der Mieter für längere Zeit wie beispielsweise im Urlaub abwesend ist, kann er eine zeitlich begrenzte Aushändigung eines Schlüssels an den Vermieter vornehmen. Alternativ kann ein Schlüssel bei Freunden, Nachbarn, einem Hausverwalter oder der Verwandtschaft hinterlegt werden.

Zur Information !

Schlüssel per Post verschicken – worauf muss man achten?

Für die Überbringung eines Schlüssels kann ein Kurierdienst beauftragt werden – ein Versand per Post ist aber ebenfalls möglich. Dabei müssen allerdings einige Dinge beachtet werden. Was genau das ist, darüber informiert der nachfolgende Ratgeber.

Wichtig für Schlüssel im Postversand

  • Einschreiben
  • Verpackungsart
  • Vorgehen bei Verlust auf dem Postweg

Einschreiben

Schlüssel sollten keinesfalls mit normaler Briefpost versendet werden. Einschreiben ist unbedingt erforderlich. Ein Rückschein gehört ebenfalls zu den ratsamen Maßnahmen.

Wenn es wichtig ist, dass der Schlüssel den Empfänger direkt erreicht, kann eine eigenhändige Zustellung bei der Post beauftragt werden. Damit ist sichergestellt, dass niemand anderer an den Schlüssel gelangt.

Bei Schlüsseln aus Schließanlagen, deren Verlust hohe Kosten nach sich ziehen kann, sollte man sich über die Versicherungssumme Gedanken machen. Bei Einschreiben gilt in der Regel nur eine geringe Versicherungssumme, die den Kosten beim Verlust nicht angemessen ist.

Ein versicherter Versand und die Auswahl einer ausreichend hohen Versicherungssumme sind bei wertvollen oder problematischen Schlüsseln deshalb ebenfalls empfehlenswert.

Verpackungsart

Schlüssel müssen – wie alle scharfkantigen Gegenstände in der Post – entsprechend gesichert verpackt werden. Dazu dienen Luftpolstertaschen oder besondere Versandtaschen. Schlüssel sollten zudem noch entsprechend umwickelt werden.

Bei einem Versand im gewöhnlichen Kuvert können die Umschläge in den Sortiermaschinen hängen bleiben und aufgerissen werden. Der Schlüssel fällt dann aus dem Kuvert und wird nicht mehr befördert.

Vorgehen bei Verlust auf dem Postweg

Wenn ein Schlüssel auf dem Postweg verloren gegangen ist, kann bei Einschreiben ein Nachforschungsauftrag gestellt werden. In vielen Fällen führt das zum Erfolg. Taucht der Schlüssel dann nicht mehr auf, wird bei versichertem Versand die vereinbarte Versicherungssumme fällig.

Ein Restrisiko bleibt aber dennoch immer – da der Umschlag ja eine Adresse enthält, kann auch möglicherweise jemand einen Diebstahl für lohnend halten. Dagegen ist man nicht gefeit.